Handwerkliche Veredelung
Die milchigen bis grünen Rohkaffee-Bohnen der verschiedenen Kaffeesorten haben noch keinen Geschmack. Ihr typisches, faszinierendes Aroma bekommen sie erst bei der Veredelung durch das Rösten.
Simpel gesagt bedeutet Rösten ein Erhitzen ohne Wasser. Aber Kaffee rösten ist vielmehr, ist eine Kunst. Wobei man die Bohnen nie aus den Augen, der Nase und den Ohren verlieren darf. Denn beim Rösten kommt es auf die richtige Balance zwischen Temperatur und Dauer an. Und das bei der Einzelröstung für jede Kaffeesorte aufs Neue, damit sich die rund achthundert enthaltenen Aromanuancen vollständig und individuell entfalten können. Spitzenqualität ist garantiert, aber die hat ihren Preis.
Bei engagierten Röstern gelingt die Balance optimal, auf rein handwerkliche Art. Denn neben Fachkompetenz und Fingerspitzengefühl spielt auch Leidenschaft hier eine große Rolle. Wichtig ist eine traditionelle und schonende Langzeitröstung – mindestens 12 Minuten bei maximal 220 Grad° und anschließender schonender Lufttrocknung. Die Hitze beim Rösten setzt ein Feuerwerk an chemischen Reaktionen in Gang. Die Bohnen blähen sich um das Doppelte auf und verändern ihre Farbe; von Zartgrün oder Gelb zu Hellbraun und schließlich zu appetitlichem Dunkelbraun. Eine Bohne wird so perfekt wie die andere. Und unser Meisterröster weiß punktgenau, wie und wann sich der begehrte Geschmack sortenreiner Rohkaffees vollendet entfaltet.
Von der handwerklichen Spezialitäten-Röstung unterscheidet sich die industrielle Kaffee-Röstung sehr. Ein meist in Großröstereien praktiziertes und weitgehend automatisiertes Verfahren. Hier werden große Chargen Rohkaffee auf so genannten Röststraßen in nur zwei bis acht Minuten bei sehr starker Hitze geröstet und meist mit Wasser abgekühlt. Bei der preiswerteren, industriellen Röstung können gute Qualitäten entstehen, sich aber auch Fehlerquellen wie das Brechen der Kaffeebohnen oder ein Fehlgeschmack auftun.